Bordighera kann nicht unbedingt auf eine eigene Geschichte zurückblicken, da es nicht über Wurzeln aus antiken Epochen verfügt. Seine Entstehung mit seinen sogenannten zwei Seelen geschah erst vor 500 Jahren. Der ältere Stadtteil „Paese Alto“ ist etwas höher gelegen als das neuere Stadtviertel „Marina“. Bordighera gehörte früher zu der „Magnifica Comunita degli Otto Luoghi“, ein Zusammenschluss von acht kleinen Städten, um sich mit Hilfe der Republik Genua von der freien Stadt Ventimiglia abzuspalten.
Grundlegende Änderungen erfuhr die Stadt durch Einweihung der Eisenbahnlinie im Jahr 1872. Das an das Vorgebirge Sant`Ampelio geschmiegte Felsendorf und die Fischerbucht mit dem Weiler „Arziglia“ wurden zum neuen Bordighera, das sich zur flachen Ebene hin öffnet.
In der Ebene wurden große und kleine Villen sowie von Gärten und Parkanlagen umgebene Palazzi im Jugendstil gebaut. Breite Straßen und großzügige Alleen durchziehen die Ebene.
Die günstige Lage der Stadt, im Norden durch einen Bergzug geschützt, im Süden zum Meer hin geöffnet, führt zu gleichbleibend milden Temperaturen in allen Jahreszeiten und zu einer gleichbleibenden Sonnenscheindauer im Sommer.
Bordighera als gastfreundlichen und entspannenden Aufenthaltsort entdeckten zuerst die Engländer die Ende des 19. Jh. in gewissen Zeiten des Jahres dort ausgedehnten Urlaub machten und in der Anzahl sogar die Einheimischen übertrafen. Wegen dieser Umstände entstand auch in Bordighera 1878 der erste italienische Tennisclub. 1888 gründete der englische Gelehrte Clarence Bicknell das gleichnamige Museum für ligurische Vorgeschichte in Bordighera. Das an der Via Romana gelegene Museum hat eine internationale Bibliothek mit über 20000 Bänden. Heute ist auch dort der Sitz des Instituts für Internationale Ligurische Studien.
Charakteristisch und unübersehbar ist die üppige Vegetation, in der die vielen Palmenhaine hervorstechen. Berühmt in diesem Zusammenhang ist der Giardino Winter mit seinen zahlreichen Palmen, Oliven– und Agrumenbäumen sowie mediterraner Macchia und anderen exotischen Pflanzenvertretern.
Unbedingt zu empfehlen ist ein Besuch des Altstadtzentrums, welches als exzellente Bühne für sommerliche Veranstaltungen dient. Im alten Stadtviertel „Terra Santa“ befindet sich die Marmorgruppe, „Maddalena in Gloria“ von Filippo Parodi, die in der dortigen Kirche zu sehen ist. Als nächstes kann man sich das San Bartolomeo degli Armeni-Oratorium aus dem 15. Jh. anschauen. Dieses findet man an der Straße zum Kap Ampelio, die von Schatten spendenden Pinien gesäumt ist und wo drohende Kanonenrohre zum Meer gerichtet sind. Die Straße führt weiter nach Bordighera Alta, dem antiken Dorfkern. Hier kann man monumentale Torportale, die Wehrmauer, die Loggen an der Piazza del Popolo und Kampanile aus dem 16.Jh.bewundern. Ebenfalls kann man hier hervorragend speisen, in den Restaurants im alten Dorf gibt es typische ligurische Hausmachergerichte sowie erlesene Spezialitäten und exzellente Weine.