Die italienische – vor allem die ligurische - Kultur wird durch mehrere prägende
Faktoren gekennzeichnet. Die Gastfreundschaft und die Herzlichkeit der Bevölkerung
ist ein wichtiger Teil hierbei. In den Dörfern trifft man sich abends auf der
Piazza zum kleinen Plausch – und wird direkt ins Dorfleben eingebunden, in den
Küstenorten flaniert man entlang der Promenade und trifft sich in den
Restaurants um mit Freunden und der Familie zu essen. Kinder sind stets willkommen,
auch in späten Abendstunden. In den Sommermonaten wird extra für sie Babydance
organisiert und der Riesenabenteuerspielplatz Mondo Bimbo oder der Rummelplatz Luna
Park öffnen in mehreren Orten entlang der Küste ihre Pforten.
Auch die italienische Bauweise ist ein weiterer interessanter Teil. Die meisten
Ortschaften stammen aus dem Mittelalter und sind noch heute sehr gut erhalten.
Prägend für die Orte sind die schmalen Gassen - auch Carruggi genannt - die sich im
Ortskern befinden. Das Zentrum bildet meistens die Piazza mit der Kirche.
Viele der
Kirchen
stammen aus dem Barockzeitalter und sind noch heute das Schmuckstück des Ortes.
Neben der Architektur und der italienischen Lebensart trägt auch die Landschaft
einen großen Beitrag zur ligurischen Kultur bei. Noch heute kann man die
verschiedenen Grotten besichtigen. Besonders die
Grotten von Toirano,
die Funde und Bildnisse aus Zeiten des Neandertalers beherbergen, sind ein Besuch
wert.
Aber nicht nur die Grotten sondern auch die kleinen Naturwunder, wie die kleinen
Bergseen nahe Rocchetta Nervina oder auch der Wasserfall bei Mendatica,
sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Auch die zahlreichen Olivenbäume, die ca.
600 vor Chr. nach Italien gelangt sind und noch heute eine der
Haupteinnahmequellen der Region sind, kann man auf den kunstvoll angelegten
Oliventerrassen bewundern. In der Region rund um Imperia wächst vorallem die
Taggiasca-Olive. Sie zählt zu den schmackhaftesten und verleiht dem Olivenöl einen
ganz besonders milden Geschmack! Falls Sie genaueres über die Geschichte und die
Herstellungsmethoden des Olivenanbaus interessiert sind, dann empfehlen wir Ihnen
einen Besuch im
Museo dell'Olivo
in Imperia.
Herrlich kann man durch das Zusammenspiel von den Bergen mit dem Meer die
ligurische Küche mit dem
Sport
verbinden. In Ligurien hat man die alten Eselspfade, die früher die Bergdörfer
untereinander verbanden zu Wanderwegen umfunktioniert. Einer der größten
Wanderwege ist der
Via del Sale
(Salzweg), der noch aus der Römerzeit stammt und gleichzeitig Teil des
Alta Via del Monti Liguri
(ligurischen Höhenwanderweges) ist. In den Berghütten bekommt man hausgemachte
Spezialitäten
wie zum Beispiel Ziegenkäse und andere Köstlichkeiten.
Die Alta Via del Monti Liguri verläuft von Südfrankreich über die ligurischen
Seealpen bis hin zur Toskana. Neben Wandern kann man in den Bergen herrlich
Mountainbiken, Paragliding (vorallem im Arroscia-Tal und die Gegend rund um Finale
Ligure) sowie Klettern. Hier lohnen sich vor allem die Kalksteingebirge in der Nähe
von Finale Ligure oder auch die Gegend um Castelbianco. Am Meer hingegen kann man
die Meeresbrise beim Segeln, Windsurfen oder Kitesurfen genießen. Die endlose
Küstenstraße sowie Bergpanoramastraßen lohnen sich vorallem für Rennradfahrer. Wer
fern vom Straßenverkehr eine Fahrradtour unternehmen möchte, sollte die
Pista Ciclabile,
die sich an der Ponente von San Lorenzo al Mare bis nach San Remo erstreckt,
nutzen. Hier wurde die alte Eisenbahnlinie zu einem Rad/Wanderweg umfunktioniert.

Was wäre die ligurische Kultur ohne ihre Küche? Die ligurische Küche ist eine
Arme-Leute-Küche. Dies bedeutet, dass sie aus einfachen Zutaten vorallem
einheimischen Gemüsesorten wie Mangold, Trombette (eine Art Zucchini) etc.,
leckeren Gewürzen (Basilikum, Oregano), fangfrischem Fisch (Sardellen, Thunfisch)
oder Fleisch (Wildschwein, Lamm, Ziege) besteht. Das Highlight der ligurischen
Küche ist die Kombination dieser Zutaten, die sie so einzigartig macht. Je nach
Region und Tal wird sie in unterschiedliche Küchen eingeteilt. Die Cucina Bianca,
die sich vorrangig im Valle Argentina und Valle d’Arroscia befindet, hat wie der
Name schon sagt, meistens weiße Zutaten wie Kartoffeln, Knoblauch, Lauch und Rüben.
Die Cucina Verde hingegen beinhaltet das leckere und berühmte Pesto alla Genovese.
Das heimische Basilikum – das übrigens mit der Minze verwandt ist - besitzt
kleinere Blätter als das anderer Regionen und gedeiht vorallem im Ort Prà nahe
Genuas. Andere einheimischen Gewürze sind Oregano, Minze, Rosmarin, Thymian
und Schnittlauch. Beinah in jedem Ort findet man in Ligurien eine eigene
Spezialität. Die besten weißen Bohnen bekommt man in Conio und Pigna, den Knoblauch
in Vessalico oder Borghetto d Arroscia und die Artischocken gedeihen am besten in
Riva Ligure und San Remo. Auch sollte man unbedingt die sehr guten Käsesorten aus
dem Arroscia-Tal wie dem Brusso dell'Alta Valle Arroscia e Alta Valle Argentina,
dem Caprino di malga, den Formaggetta del Ponente, den Pecorino ligure di malga,
dem Ricotta und den Torna di Mendatica. Diese kann man bei den ortsansässigen
Bauern oder auf den
Wochenmärkten
kaufen.
Natürlich gehört auch der
ligurische Wein
zur Küche. An der Rivera di Ponente (westl. Ligurien) sind die Weißweine Pigato und
Vermentino (Region rund um Albenga) zu Hause. Der Pigato und auch der Vermentino
sind halbtrockene bis trockene Weißweine und werden gern zu Fisch und
Fleischgerichten gereicht. Der Rossese ist der einzige Rotwein Liguriens und wird
in der Region rund um Dolceacqua angebaut. Der Rossese ist ein halbtrockener bis
trockener Wein und soll damals schon der Lieblingswein Napoleons gewesen sein. An
der Rivera di Levante hingegen gibt es den Volastro und den Vernaccia. Der teuerste
und wertvollste Wein ist der Sciacchetrà. Früher wurde er zu ganz besonderen
Anlässen hervorgeholt, heute jedoch erkennt man den Guten daran, dass er
nicht getrunken wird.

Zum Schluss dürfen wir natürlich die ligurischen Traditionen nicht vergessen. Diese
haben sich aufgrund geschichtlicher Ereignisse in der Vergangenheit entwickelt wie
z.B. die Battaglia dei Fiori in Ventimiglia, die Regatta dei Rioni in Noli oder
auch die nachgeahmte Piratenschlacht zu San Benedetto in Arma di Taggia. Weiterhin
gibt es in Ligurien von Mai bis Oktober die Sagras. Dies sind Dorffeste – bei denen
die Dorfbewohner gemeinsam eine spezielle Zutat in verschiedene leckere Gerichte
verwandeln und so ein komplettes Menü zusammenstellen. Sie sollten z.B. das Trüffel
und Maronenfest von Testico, dass jährlich im September stattfindet,
nicht verpassen! Nach dem Essen gibt es Musik und Tanz bis in die späten
Abendstunden. Neben den
Festen
gibt es natürlich noch die traditionellen Handwerke, wie der
Olivenanbau,
der Weinanbau, das Webhandwerk , der Schiffsbau, die Herstellung von den Campanini
(besonders leichte Stühle) aus Chiavari sowie die berühmte Rennradfabrik in Celle
Ligure.
Ligurien bietet mit seiner umfangreichen Kultur Spaß für die ganze Familie,
interessante Plätze zum Besichtigen und Entdecken, vielfältige Sportmöglichkeiten,
eine gute ausgewogene Küche und Erholung pur.